Mittwoch, 27. Oktober 2010

"Gutenachtgeschichten" aus México..

Hallo ihr Lieben!!
Ich liege gerade in meiner Hängematte auf dem Dach und habe mich dazu durchgerungen, auf "Anraten" meiner Eltern, doch mal wieder einen Eintrag zu verfassen! Ich gebe zu es wird Zeit, aber ihr wisst ja wie das ist... Oder auch nicht.. =)
Hier der ultimative Bildbeweis, aufgenommen am 26.Okt um  23:10 Uhr Ortszeit, Tuxtla Gutierrez-Mexico.
Auf dem Dach in der Hamaca!
So, warum hab ich solange nicht geschrieben... Ich hatte was zu tun! Mittlerweile hab ich sogar schon echt ein paar Sachen zu machen und geh nicht zur Arbeit und von der Arbeit zurück nachhause!
Ich hab jetzt Montags, Dienstags Donnerstags und Freitags Capoeira-Unterricht ( ich geh meistens nur 2 mal die Woche hin... =)ihr wisst ja wie das ist.. oder auch nicht) der immer abends um 8 Uhr nach der Arbeit ist. 
Außerdem spiele ich jetzt Fussball in einer richtigen Mannschaft!! Letzte Woche Mittwoch hatte ich mein Auftaktspiel, zum Glück souverän gewonnen! Jetzt am Freitag ist das zweite. Stark! Wir spielen hier so eine Art "Käfig-Fussball" auf Kunstrasen, der Spaß nennt sich "futrapido" und bringt echt Spaß! Ich werde nach Freitag mal berichten wie es ausgegangen ist!
Naja und ansonsten kenne ich auch immer mehr Leute hier durch meine Aktivitäten im Kulturzentrum (Capoeira), durch Feiern (Abends weggehen ist wohl gut Mama!) und sehr lustige Zufälle. Deswegen geht es mir hier immer besser und der Blog leidet darunter, dieses Risiko muss ich allerdings eingehen....=)

"Trommelwirbel"...Tatatata:

Hier mein versprochener Tagesablauf mit Bildern und allem was ich habe:

8-10 Uhr: Aufstehen, in Ausnahmefällen auch früher, dass kommt allerdings selten vor! Lotterleben heißt es jetzt wieder... Ja ok, es stimmt, aber nicht nur.. 

Bis 11. 30 ca hab ich Zeit für so Sachen wie Frühstück ( gelegentlich Müsli mit frischer Papaya, Honigmelone, Bananen und unglaublich leckeren Chiapas-Honig, nur um einen kurzen Einblick in die Vielfalt des Essen zu geben.

Um 11.30 mach ich mich dann langsam auf den Weg los zur Arbeit. Eine feste Zeit gibt es nicht, dass würde sich auch gar nicht lohnen, denn der Colectivo kommt wann er will. Also lass ich mich einfach treiben und hoffe auf mein Glück, dass ich irgendwann zwischen 11.30 und 12 Uhr einen Bus nehmen kann, der auch kommt und nicht zu voll ist. Wenn ich zu spät bin ist es aber auch nicht so schlimm, denn so wirklich interessieren tut das bei meiner Arbeit Niemanden ob ich jetzt um 12 oder halb 1 komme. Könnte man sich dran gewöhnen! =) Ihr merkt schon, wenn ich zurückkomme bin ich noch verzogener als vorher und habe die mexikanische Gelassenheit in mir.
Ankunft im Heim,

12-12.30: Arbeitsbeginn. Meistens sind ein paar Jungs im Heim, weil sie entweder am Tag Unterricht haben, sprich von 2-8 Uhr, oder der Unterricht ausfällt, was hier echt oft passiert... Denn Vertretung oder sowas wird hier nicht in Erwägung gezogen, das freut natürlich die Kinder. Wobei ich das Gefühl habe, dass eigentlich gerne in die Schule gehen, natürlich nicht zum Lernen, sondern um mal aus dem Heim rauszukommen und Freunde zu treffen. Um Viertel nach 12 kommen dann die "Chicitos" (4 Stück 2-3 Jährige Jungs) aus dem "Kinder", ja so heißt der Kindergarten hier, und fallen über mich her! Das ist eigentlich immer ein guter Beginn in den Arbeitstag =) Ich versuche sie dann irgendwie dazu zu bringen ihre Klamotten zu wechseln ( Schuluniform zu normalen Klamotten) und die Schuluniformen dann zu per Hand zu waschen. Das ist für 2-4 Jährige natürlich nicht der Traum und läuft meistens darauf hinaus, dass ich fast alles wasche... Denn wir müssen uns beeilen denn...
Juan, der Kleinste von 4 Hosenscheißern, mit denen ich versuche Wäsche zu waschen.

um 12.45 fahren wir los um die Anderen von der Schule abzuholen: Chaos aber eigentlich immer lustig.
                          ......
Der hauseigene Schulbus!
Im Bus, aber noch ungefüllt...
Die erste Schule auf unserem Weg, wo ich 6 Kinder abgreifen muss. Das pure Chaos und das liegt an den Eltern, die wie bekloppt bei Schulschluss die Schule stürmen. Verrückt... Ps: Albergue-Kinder sind immer die Letzten.
6 Schulen und eine gute Stunde später kommen wir dann wieder in der Albergue an, wo alle Jungs ihre Klamotten wechseln und es für Alle ab in Wäscherei geht. Dieses Chaos ist nochmal ne Nummer größer und eigentlich purer Stress für mich, weil ich meistens alleine dafür sorge, dass alle ihre Wäsche machen und sich nicht prügeln oder sich von oben bis unten nass machen...
Wäscherei, aber ohne Chaos.. Das kann man auf Fotos nicht so gut festhalten. Ich muss ein Video machen!

um 14.15-14.30: Sind die meisten dann auch mit der Wäsche fertig und es gibt meistens eine viertel Stunde Zeit zum Fernsehen oder Lesen bis es dann Essen gibt.
Lesestunde, ich lese meistens Toystory 2 auf Spanisch vor...

Fotoversuch von Talent Rouven; hier zu sehen Jonathan( einer von den Kleinen) und "Ich" , mehr oder weniger.. 
Fernsehsaal ohne Kinder

Ich esse immer mit den Kinder im großen Speisesaal. 
Das Lustigste ist, wenn ich den Speisesaal betrete und auf einmal 50 Jungs anfangen wie wild meinen Namen, in allen möglichen Variationen; Nico, Nicolas, Nicole, Nicolo, Nicolosch, Miiko zu schreien und versuchen mich an ihren Tisch zu winken! :D wow... Ich bin jetzt schon immer ganz fair und rotiere jeden Tag, sie versuchen mir trotzdem jedes mal wieder zu erzählen, dass ich noch "NUUUUNCA" (niemals) an ihrem Tisch saß.


Panorama von einem Schlafraum

Mexikanischer Einbrecherschutz

Großer Schlafraum

Meistens sind wir dann um 15- 15.30 Uhr fertig mit Essen. Danach geht es dann ab in die "oficios". Jedes Kind hat seinen eigenen Bereich, den es sauber halten muss. Zum Beispiel sind Einige für das Geschirr nach dem Essen zuständig, Andere putzen die hauseigene Kirche (!) und wieder Andere putzen die Schlafsäle. Es gibt auf jedenfall genug zu putzen. Ich "bewache" den hinteren Bereich, mit Fussballplatz, Kirche und Wäscherei und sage ob genug geputzt wurde oder ob sie was vergessen haben. Das ist top, da kann ich immer meinen Ärger rauslassen, wenn irgendwelche Kids mir auf der Nase rumtanzen und mich einfach nur nerven wollen. Gemein ich weiß, aber manchmal muss es als pädagogische Maßnahme einfach sein! 

Besen und Wischmopp für die "oficios"
Wilians bei seinem oficio, einer meiner Aufgabenbereiche
Um ca. 16 Uhr ist dann eine Stunde lang Freizeit angesagt, wo ich mit den Großen Fussball spiele oder mit den Kleineren andere Sachen mache, wie z.b. irgendwelche Fitnessübungen, damit sie sich mal austoben und sich wenigstens eine Minute konzentrieren können.. 


Um 17 Uhr fangen dann die "Estudios" an. Nach Zimmern aufgeteilt, sind die Jungs in Klassen, wo sie ihre Hausaufgaben machen und andere Aufgaben bearbeiten. Wenn es keine Hausaufgaben gibt, wird irgendwie versucht sie irgendwie schlau zu beschäftigen, damit sie nicht auf irgendwelche doofen Ideen kommen. Ich helfe normalerweise in einem Estudio, wo die Jungs eigentlich ganz besonders unkonzentriert und nervig sind, aber irgendwie gefällt es mir da. Ich mache dann mit denen ihre Hausaufgaben oder bringe ihnen Englisch bei, auch Mathe. Die einfach Sachen pack ich noch mit links, sogar auf Spanisch ;) Ich habe auch den Größeren schon Englischunterricht gegeben und war erstaunt, wie wenig die können... Englischunterricht ist hier in Mexico einfach so unwichtig und auf unterstem Nievau....
Gelegentlich vertrete ich auch Schwestern, die nicht auf ihre Klassen aufpassen können. Das artet öfters mal in Stress aus, weil die Jungs mir nicht so gut gehorchen, wie den Schwestern... Man braucht einfach unglaublich viel Geduld und darf sie auf keinen Fall doll angegriffen fühlen, sonst bringt das ganze gar keinen Spaß.
Ich hab das Gefühl ich werde immer besser im Umgang mit den Jungs, sie respektieren mich auch immer mehr, ohne dass ich wirklich hart durchgreifen muss. 

So die Estudios gehen bis 19 Uhr, dann ist für mich eigentlich auch schon Schluss, gelegentlich bleibe ich ein bisschen länger und mache mit einzelnen Kindern noch irgendwas. 
Nochmal ne schöne Panoramaaufnahme vom Innenhof

Das war mein Tagesablauf bis Arbeitsschluss!
Fürs erste habe ich meine Pflicht als getan! Weiterhin freue ich mich über die positive Rückmeldung auf den Blog... So wird es mir auf jedenfall immer zugetragen =) ABER ihr könnt unten auch Kommentare verfassen, damit ich nicht nur das gefühl habe, dass hier auch mal gelesen wird! Darüber würde ich mich freuen;) 

Also bis bald! Euer Nico




Dienstag, 12. Oktober 2010

Faulheit

So,
stell gerade mal wieder fest was für ein fauler Sack ich doch eigentlich bin und mich dauerhaft davor drücke hier reinzuschreiben.. Ich werds auch relativ kurz machen, denn hier ist es schon kurz nach 12 Uhr in der Nacht und in Deutschland werden die meisten Menschen schon wieder aufgestanden und zur Arbeit gegangen sein.. Um davon abzulenken, dass ich kaum was schreibe, lade ich hier mal ein paar Bilder hoch!

Hier seht ihr meine Gastfamilie; Vater Miguel, Oma, Cousin, Onkel, Tante, Schwester Grace(hinten) und Mutter Arémi.
Entspanntes Wochenende am unglaublich entspannten Pool von Runas Gastfamilie
Colectivo!


Colectivo fahren ist schon ein kleines Abenteuer. Denn hier sind Nahverkehrsmittel, nicht so luxuriös wie die 5er Busse in Hamburg, VW-Busse in denen ca. 20 Leute Platz finden und die nicht geregelt kommen, sondern eigentlich immer dann, wenn sie gerade lustig sind. Zudem sind die Straßen hier dem Mond sehr ähnlich (das liegt an dem wirklich starken Regen, den es hier aufgrund der Regenzeit ( August-Oktober) gibt) , was dazu führt, dass man bei einer Fahrt mit dem Colectivo ordentlich durchgeschüttelt wird und die 20 Leute in den Bussen durch die Gegend geschleudert werden, wenn sie sich nicht richtig festhalten. Bis darauf, dass es keine Fahrpläne gibt, gefällt mir diese Art von Fortbewegung aber sehr. Abgesehen davon, dass man immer eine halbe Stunde früher losgehen sollte um zu einem Treffen pünktlich zu kommen....Aber die Mexikaner nehmen das mit der Pünktlichkeit eh nicht so unglaublich ernst. Eine Fahrt im Colectivo kostet 4 Pesos, also ca. 30 cent, von den Preisen beim HVV muss ich ja gar nicht erst anfangen...


So, viel mehr ist auch noch nicht passiert, am Wochenende waren wir viel Feiern, weswegen ich eigentlich immer zu faul oder nicht in der Lage zum Schreiben war =)
Ich verspreche aber hoch und heilig bald mal meinen Tagesablauf im Projekt zu beschreiben!!!

Bis dahin verbleibe ich mit einem herzlichen "Adíos"

Donnerstag, 30. September 2010

Chiapas geht unter..

So liebe Leute,
wird mal wieder Zeit was zu schreiben hab ich mir gedacht!
Wie ihr euch beim Lesen dieses Eintrages sicherlich denken könnt, lebe ich noch! Auch wenn hier in Süd-Mexico gerade die Welt untergehen zu scheint, denn es regnet ohne Unterbrechung und unvergleichlich doll... Chiapas ist noch am wenigsten betroffen die angrenzenden Staaten Veracruz und Tabasco sowie Guatemala sind stärker betroffen.
Hier in Tuxtla Gutierrez ist das ganze Unwetter nie so ganz angekommen, es regnet nur dauerhaft. Überall um Tuxtla herum sieht das ganz anders aus, warum das so ist kann ich mir nicht erklären, aber beklagen kann ich mich deswegen auch nicht....
Luis und Ich aufm Pferd


Am Wochenende war ich mit Luis, den ich bei mir im Projekt kennengelernt habe, auf der Ranch seines Opas. Aus irgendeinem Grund, weiß auch nicht genau warum, habe ich mir "El Rancho" um einiges luxuriöser vorgestellt, als sie im Endeffekt war. Nach 2-stündiger Busfahrt aus Tuxtla, halbstündiger Truckfahrt in eine Kolonie und 2 einhalbstündigem Fußmarsch hatte wir die Ranch erreicht. Leider fing bei ungefähr der Hälfte des Marsches der besagte andauernde (nach 5 Tagen hat er eben aufgehört) Regen an...Und woran hab ich nicht gedacht? Richtig, an meine Regenjacke..
Demnach regnete es auch das ganze Wochenende weiter und wir konnten leider nicht so viel unternehmen.. Geritten sind wir natürlich trotzdem, wie es sich für einen richtigen Chiapaneco mitten im Nirgendwo auch gehört!
Zudem musste ich nachts leider relativ nass feststellen, dass das Dach des Hauses nicht sonderlich dicht war... Freude!
Naja, trotz dieser Lappalien und einem schmerzenden Rücken vom Reiten, hat es mir gut gefallen und wir wollen nochmal hinfahren, wenn die Regenzeit vorbei ist!

Mein "Armbandfreund"
Ob der das T-shirt noch anziehen
würde, wenn er wüsste was drauf
steht??
Ansonsten bin ich, wenn ich mal gerade nicht irgendwo am Reisen bin, unter der Woche im Projekt beschäftigt und schlage mich immernoch mit vorlauten, schlagenden aber  auch lieben Kindern herum. Sie wachsen einem doch relativ schnell ans Herz. Gestern hat mir einer sein Armband geschenkt und meinte das mache er, weil Ich sein amigo sei. Da war ich schon ein wenig gerührt :) Auch sonst mag ich die meisten Kids und sie mögen mich, auch wenn es oft schwer ist und sie nicht auf mich hören, weil sie mich nicht verstehen und nicht verstehen WOLLEN...
Momentan habe ich noch meinen Spanischkurs, wegen dem ich immer schon um 5 aus dem Heim gehen muss... Ich werde nächste Woche mal einen kompletten Tagesablauf mit Bildern aus dem Projekt schildern!!!
Ansonsten schleicht sich der Alltag langsam ein und erste Frustrationen im Projekt und in der Sprache zeigen sich auf.. Jedoch noch nichts Wildes, mit dem man nicht fertig werden könnte;)
  
Die Ältesten Jungs im Projekt. auch sie lieben Scheiße machen
und sind nur teilweise reifer als die 8-Jährigen :D
Der kleinste Hosenscheißer,
"Juanito"(3 Jahre), der hier wohnt!

Dienstag, 14. September 2010

Update

So jetzt hab ich schon seit einer Woche nicht mehr geschrieben, nun ist es also mal wieder so weit.
Ich hab jetzt erst eine Woche Arbeit in der Albergue hinter mir und schon sind das erste mal Schulferien. Am Mittwoch ist der Feiertag in Mexico überhaupt; der 200. Geburtstag der mexikanischen Unabhängigkeit. Am Donnerstag wird dann das hundertste Jahrestag der Zusammenhörigkeit von Chiapas zu Mexico gefeiert. Deswegen steht hier eigentlich alles still und Niemand arbeitet wirklich. Die Jungs aus dem Projekt sind jetzt für diese Woche in ihre eigenen oder in Pflegefamilien gekommen. Die meisten von Ihnen haben nämlich Familien, diese sind oft nur zu arm die Jungs zu verpflegen und deswegen leben sie in der Albergue.  Naja und deswegen hab ich diese Woche auch frei und schau nur gelegentlich mal im Projekt vorbei, denn ohne die Kinder ist es dort ziemlich langweilig und gibt eigentlich nichts zu tun.

Einige Jungs aus "meiner" Klasse, auf die ich aufpasse und mit denen ich Hausaufgaben mache

Letztes Wochenende war ich dann mit den anderen Freiwilligen in San Cristobal de las Casas, eine etwas kleinere Stadt ungefähr 70 Kilometer von Tuxtla entfernt. Das erste Erstaunliche war, dass, obwohl San Cristobal nicht weit weg ist, ein Temperaturunterschied von fast 15 Grad bestand. In der Nacht konnte es da schon bis zu 10 Grad haben und wurde echt ein wenig frisch. Genau das Richtige für mich, der als Hamburger die ständigen 30 ° von Tuxtla Gutierrez überhaupt nicht gewöhnt ist.
San Cristobal de las Casas ist eine sehr kolonial geprägte Stadt mit vielen alten spanischen Häusern und Kirchen. Anders als in Tuxtla Gutierrez gibt es dort viel mehr Touristen und man fühlt sich nicht mehr ganz so fremd als "guerro" in Mexico. Außerdem dient San Cristobal als "Aussteiger-Stadt" für viele Alternative aus aller Welt, sodass man dort viele "hippie-mäßige" Leute trifft, die hier ihren selbstgemachten Schmuck verkaufen.
Wir waren Samstag morgens in "San Juan Chamula", einem Dorf nahe S.C., das noch sehr indianisch geprägt ist und haben dort eine "katholische" Kirche besucht. Das war verdammt verrückt sag ich euch.

                                            

Kirche in San Juan Chamula (mit Fabian). Leider durfte man hier keine Fotos machen, denn dadrin gingen wirklich verrückte Dinge.

In der Kirche war es total verräuchert und roch nach Weihrauch. Alle 10 Minuten sind 4 Männer nach draußen gelaufen und haben Feuerwerkskörper, die sie vorher selbst gebastelt hatten, gezündet. In der Kirche gab es keine Bänke ( das ist die einzige "katholische" Kirche in Mexico die keine Bänke hat, hab ich mir sagen lassen...) und auf dem Boden lag überall Heu. Viele indigene Mexikaner saßen auf dem Boden und hatten vor sich sehr viele Kerzen angezündet. Hier hab ich auch meine ersten Tieropferungen gesehen... Eine Frau "segnete" ein Huhn und schwenkte es über einer anderen Frau, die wohl krank war. So sollten alle bösen Energien, die die kranke Frau in sich hatte auf das Huhn übergehen. Im Anschluss musste das Huhn mit den bösen Energien in sich leider sterben.

Danach waren wir in einem anderen indianischen Dorf, "Zinacantan", wo wir von der erstbesten Familie zum Essen und Trinken eingeladen wurden. Es gab ein kornähnliches, alkoholisches Getränk namens "Pos" und natürlich selbstgemachte Tortilla. 


 Eine Frau beim Weben traditioneller Trachten


   Ich beim Tragen traditioneller (männlicher!!!) Trachten :D

Am Sonntag waren wir noch bei den "Grutas"(Grotten), ein bisschen entfernt von S.C. Das Highlight war allerdings die Fahrt dorthin auf der Ladefläche eines Pickups :
                               
                                   Autofahren auf mexikanisch. Jeder fährt hier so :D

Ja das war so grob mein Wochenende, viel erlebt und nun kann ich ja auch endlich Fotos machen um alles ein wenig zu verbildlichen! 

Gestern hab ich erstmal ein wenig Tuxtla Gutierrez kennengelernt, als ich versucht habe ohne Plan, Geld und Handy von meinem Projekt zur Universität, wo der Spanischkurs stattfinden sollte, zu kommen.
Meine Bankkarte funktionierte nicht, aber ich habe zum Glück jemanden getroffen, den ich aus dem Projekt kannte und der mir die 5 Pesos für den Bus leihen konnte... Nach 2 Stunden Suchen und harter Arbeit hab ichs dann auch ( zwar ein bisschen zu spät :D) zur Uni geschafft um mir dann anhören zu müssen, dass der Spanischkurs woanders stattfindet, weil die Uni wegen der Feiertage geschlossen ist!!
Also den halben Weg wieder zurück zum Haus des Lehrers... Naja dafür habe ich viel gesehn und weiß heute total easy, wie ich zum Kurs komme :D Es lebe die Spontanität! 
Soooo,
Das solls fürs erste gewesen sein, morgen ist die große 200Jahr-Fiesta, mal schauen was da so alles geht.
Allerbeste Grüße aus dem Land der Ferien!


Dienstag, 7. September 2010

Essen bis zum Erbrechen!

Heute war es dann soweit,
Nicolas musste zum ersten mal ins Projekt um zu arbeiten! Ich bin in weiser Vorraussicht eine Stunde vor Beginn losgegangen, obwohl der Weg im Colectivo eigentlich nur 20 Minuten dauert.. Ich war dann auch schon 10 Minuten vor Beginn der Arbeit da, weil die ersten beiden colectivos bis zum Überlaufen voll waren und für mich kein Platz mehr war und ich 20 Minuten warten musste. Als ich dann endlich in einem Bus saß bin ich natürlich auch noch zu früh ausgestiegen, sodass ich nochmal 10 Minuten mehr gehen musste... Naja daraus lernt man, schätze ich. Mal schauen wie es morgen wird.
Im Salesiano angekommen, wurde ich erstmal ein bisschen rumgeführt und eingewiesen (mehr oder weniger). Die Kinder waren noch nicht da, bis auf ein paar von den Kleinen, weil sie noch in der Schule waren, das war noch eine himmlische Stille.... Ich bin dann mit Sor Isabel und Julio, dem Fahrer, in nem großen Bus durch die Stadt gefahren und wir haben die Schulen abgeklappert um die Kinder einzusammeln. Das waren dann schon mal ca. 30 kleine Jungs von 3-13 Jahren auf einem Haufen, die sich schreiend, raufend und heulend im Bus tummelten und mich mit Fragen löcherten. Als wir wieder in der Albergue angekommen waren erwarteten uns noch 18 andere Jungs, da in dem Heim ist was los sag ich euch... Dann wurden erstmal die Sachen gewaschen und im Anschluss gab es dann Essen.
Bohnen mit Kartoffelpürree und Kürbissuppe, dazu gab es noch 2 Würstchen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie das bei 3-6 Jährigen ankommt, zumal ich noch nicht genau weiß, wie oft die das in der Woche essen müssen.. Da wir aber in einem streng katholischen Heim sind, vor und nach dem Essen gebetet wird und alles streng geregelt abläuft, musste, na klaro, auch das Essen aufgegessen werden. Ein kleiner Junge von 4 Jahren, der an meinem Tisch saß, hat sich mit dem Essen so verausgabt, dass sich ein wenig Bohnen mit Kürbissuppe in Form von Erbrochenem auf dem Boden wiederfand... Ich meinte dann zu einer Schwester, dass es ihm nicht gut ginge, sie meinte dann aber nur, dass ihm lediglich das Essen nicht schmeckte und befahl ihm weiter zu essen.. Der arme Knabe saß dann noch ca.  2 Stunden vor dem Essenssaal und versuchte angestrengt sein Essen auf zu essen! Die ganze Geschichte war schon ein bisschen schockierend aber ich hab das Gefühl, dass das hier normal ist..
Nach dem Essen wurde dann erstmal den Hof von Laub befreit. alles gesäubert und ja, ich durfte die Kotze im Essensaal wegmachen. Später standen dann Fussball, Singen und Hausaufgaben auf dem Plan.
Der Tagesablauf, wenn die Jungs aus der Schule kommen, ist straff geregelt, sodass es eigentlich keine Freizeit gibt.. Das scheint sehr charakteristisch für die Albergue.

Worin meine Aufgabe nun genau besteht, weiß ich noch nicht, ich versuch einfach überall zu helfen wo ich kann. Die Jungs sind echt ganz süß aber können auch sehr gut anstrengen, vor allem wenn sie durch die Gegend springen, schreien und sich prügeln, was echt oft vorkam.

Im Projekt ist leider kein anderer Freiwilliger, jedoch 2 deutsche Ex-Lehrerinnen, was ich nach anfänglichen spanischen Gesprächen auch feststellen konnte. Die verbringen hier ihre Ferien, sehr löblich!
Mein erster Tag im Salesiano hat mir mit seinen vielen neuen Einblicken, trotz Anstrengung sehr gut gefallen, unter anderem auch, weil mich die Jungs sofort ins Herz geschlossen haben und mich total feiern!!! :D
Das solls fürs erste gewesen sein, ich werd nochmal detaillierter über die Einrichtung berichten und das Ganze verbildlichen, wenn meine die Kamera dann ankommt.
Schöne Grüße aus Mexiko,
aus der Hängematte auf der Dachterasse mit Blick über Tuxtla Gutierrez bei Nacht ;)

Sonntag, 5. September 2010

Arriba!

So,
hab schon langsam ein schlechtes Gewissen, weil Soeren auf seinen Blog (das macht dann 50 cent pro Klick für die Werbung, danke Soeren) schon 2 mal raufgeschrieben hat, obwohl er erst 2 Tage in Costa Rica verweilt und ich in anderthalb Wochen erst 2 mal.. Ich muss zu meiner Verteidigung aber sagen, dass ich keinen Adapter für den Netzstecker vom Laptop hatte ;)! Hab mir aber heute, zusammen mit meinem neuen Handy, einen gekauft und versuch nun wieder öfter zu schreiben!

Alsooo, bin nach einer 11-12 stündigen Busfahrt von Puebla nach Tuxtla Gutierrez, trotz unzähliger Beschwerden (...) gut hier angekommen und hab erstmal von der Temperatur nen kräftigen Schlag ins Gesicht bekommen. In den Bussen kühlen die die Temperatur nämlich immer auf gefühlte 5 Grad runter und wenn man dann rauskommt ist es plötzlich 20 Grad wärmer, aber die Leute scheinen es zu mögen..
Die erste Nacht haben wir bei Pablo vom siijuve gepennt, ca. 3 Stunden und tagsüber haben wir die Projekte in die wir kommen werden besichtigt. Wir sind auch in der Albergue Salesiano gewesen und ich wurde von den Jungs dort gleich mit Fragen überseht. Die meistgestellte Frage war jedoch, woher ich komme und dass auch gerne von einem Kind 2-3 mal... Auf den ersten Blick eine nette Einrichtung, ich werde später mal ausführlich über die Albergue berichten!

Am Abend haben wir dann unsere Familien getroffen und ich muss sagen und ich glaube ich habs richtig gut getroffen! La familia Gonzalez Gomez beinhaltet Mutter Aremí, Vater Miguel und die Tochter Grace, dann ist da noch Alexis, der Cousin , der 9 ist. Ansonsten wohnt meiner Meinung nach die ganze weitere Familie in der Straße und sämtliche Tanten, Onkel, Brüder, Schwestern und Großmütter schauen immer mal vorbei :D Hier ist also eigentlich immer was los. Achja und direkt nebenan an wohnt die Oma, die auch total nett ist und zu der ich immer gehen kann, wenn ich Langeweile habe. Nicht zu vergessen ist dann noch die Haushälterin Roswitha, die Montags bis Freitags da ist und alles Arbeiten im Haus erledigt. Luxus?!
Naja jetzt lebe ich schon 4 Tage im Haus und mir gefällt alles hammer-gut! Momentan sitze ich auf der Dachterasse und schreibe diesen Eintrag, die Sonne scheint ausnahmsweise mal wieder und wir werden gleich in den Zoo gehen  :D. Fotos vom Haus werde ich reinstellen wenn meine Kamera irgendwann per Post ankommt.. Das kann hier natürlich n bisschen dauern . 
Mit Grace, der Gastschwester, war ich jetzt abends schon 2 mal weg und hab gemerkt, dass man hier auch ganz gut weggehen kann, jetzt brauch ich nur noch Freunde :D !
Mit der Kommunikation klappt es auch schon ganz gut, das meiste verstehe ich, nur kann ich meistens nicht das ausdrücken, was ich sagen will, das nervt auf jeden stark! Allerdings wirds von Tag zu Tag besser, hab ich wenigstens das Gefühl..

Soweit erstma der Bericht von hier, jetzt bin ich wieder einigermaßen auf dem neuesten Stand und werde dann morgen oder übermorgen mal von meinem Projekt berichten, denn morgen ist mein erster Arbeitstag! Bin schon sehr gespannt, wie es wird..
Ich verbleibe mit besten Grüßen,
Nicolas (so nennt mich hier jeder...)

Sonntag, 29. August 2010

Hoolaaa!
Nach den ersten wirklich anstrengenden und aufregenden Tagen in Mexiko komme ich jetzt endlich zum ersten wirklichen Eintrag aus Mexiko!
Nach dem wir am 25. In Mexico-City gelandet sind, und nach weiteren drei Stunden warten auf andere Freiwillige aus Finnland, der Schweiz und England, sind wir dann auch endlich in einen Bus gesetzt worden. Wo genau es hingehen sollte wussten wir nicht so genau. Wir sind dann im Endeffekt in Toluca angekommen wo wir abgeholte werden sollten..Als wir aber zu 7. Im Regen mit all unserem Gepäck am Busbahnhof standen war niemand so wirklich in Sicht. Nach anfänglichem Schock und Suchen haben wir dann aber doch Miguel ( „el présidente“ vom SIIJUVE, die mexikanische Organisation die uns begleitet) und noch andere getroffen, die uns dann in vorübergehende Bleiben gebracht haben.  Fabian und ich haben bei Yvonne, auch Mitarbeiterin von SIIJUVE, geschlafen. Am Morgen wurden wir von sehr lauter mexikanischer Musik und einem laut bellenden Hund geweckt. Zum Frühstück gab es dann erstmal Quesadillas, Tortillas, Brot mit Würstchen (?) mit Salsa-Sauce und Guarcamole. Wie sich rausstellte nimmt man hier in Mexiko alles mit Salsa-Sauce zu sich, hab sogar Bier mit Salsarand gesehn?!

Den Tag über sind wir dann durch Toluca gelaufen, haben uns ein paar Sachen angeguckt, Tortillas gegessen und Bier getrunken. Abends sollte es dann auf eine Party gehen, aber eigentlich waren wir alle viel zu müde dafür.. Wir sind dann aber trotzdem abends noch los gezogen um das mexikanische Nachtleben kennen zu lernen! Hat sich auch echt gelohnt, weil ich da übelst nette Mexikaner kennen gelernt hab und mit ihnen ein bisschen Cerveza und Tequila getrunken hab! Der Tequila hier ist echt hart kann ich euch sagen... Sind dann ca. um 3 nachhaus gekommen und mussten dann um 6 Uhr schon wieder aufstehen um den Bus nach Puebla zu nehmen... Mist das.
Von da aus sind wir dann mit einem "colectivo", solche kleinen VW-Busse, nach Metepec gefahren, wo wir unser Vorbereitunscamp haben.

Der Popocatepetl, aktiver Vulkan, gesehen in Mexico von Nico


Jetzt bin ich den 3. Tag im Camp in Metepec in einer Art Ferienresort mit Pool und allem. Ist echt fast wie Urlaub, wären da doch nicht die Seminare zwischen durch, bei denen wir über unsere Regionen, die Projekte und das Verhalten in den Familien reden.
Das Wetter hier ist, im Gegensatz zu Toluca ( der kältesten Stadt in Mexiko, 4 ° in der Nacht?!), sehr gut wir haben tagsüber echt gutes Wetter aber abends hat es richtig doll geschifft.
Naja das solls fürs erste gewesen sein, demnächst kommen noch ein paar Bilder dazu hoffe ich!
Grüßeste Grüße